Google ergänzt Gemini Notebook um „Collections“. Die neue Funktion soll Notizbücher thematisch bündeln, ohne sie in eine starre Ordnerstruktur zu zwingen. Google beschreibt Collections ausdrücklich als flexibles Organisationsprinzip nach dem Vorbild von Fotoalben oder Playlists.
Die Neuerung folgt nur wenige Tage auf die offizielle Umbenennung von NotebookLM in Gemini Notebook. An der Grundidee des Produkts ändert das zunächst nichts: Es bleibt ein eigenständiges Recherchewerkzeug, das Antworten und Ausgaben auf den vom Nutzer bereitgestellten Quellen aufbaut.
Was sind Collections in Gemini Notebook?
Collections erscheinen als eigener Bereich in der Oberfläche. Dort lassen sich mehrere Notizbücher zu einer benannten Sammlung zusammenfassen. Das Entscheidende: Ein Notizbuch kann laut Googles Ankündigung mehreren Collections gleichzeitig zugeordnet werden.
Das unterscheidet den Ansatz von klassischen Dateiordnern. In einem herkömmlichen Ordnersystem liegt ein Objekt gewöhnlich an genau einem Ort. Eine Collection funktioniert eher wie ein Label oder eine Playlist. Ein Notizbuch über Marktanalysen könnte dadurch zum Beispiel gleichzeitig in „Kundenprojekt“, „KI-Recherche“ und „Q3-Planung“ auftauchen, ohne kopiert werden zu müssen.
Google nennt in der Ankündigung drei Kerneigenschaften:
- Collections erhalten einen eigenen Tab in Gemini Notebook.
- Notizbücher können mehreren Sammlungen zugewiesen werden.
- Die Nutzung ist optional; Notizbücher müssen nicht zwingend in einer Collection liegen.

Warum Google auf Sammlungen statt Ordner setzt
Rechercheprojekte überschneiden sich häufig. Eine Quelle oder ein Notizbuch gehört nicht immer eindeutig zu nur einem Thema. Genau dieses Problem sollen Collections lösen: Nutzer organisieren Inhalte nach Kontext, ohne eine einzige „richtige“ Ablageposition festlegen zu müssen.
Das ist besonders für umfangreiche Bestände sinnvoll. Wer Gemini Notebook für Studium, Redaktionsarbeit, Produktentwicklung oder interne Wissenssammlungen nutzt, kann dieselben Notizbücher in verschiedenen Arbeitszusammenhängen sichtbar machen. Gleichzeitig bleibt die eigentliche Notizbuchstruktur unangetastet.
Der Funktionsumfang ist dennoch bewusst schmal. Collections sind nach der bisherigen Beschreibung in erster Linie eine Organisationsschicht. Google hat in der Ankündigung keine neue Berechtigungslogik, keine automatische KI-Sortierung und keine hierarchischen Unter-Collections beschrieben. Solche Funktionen sollten daher nicht aus dem Begriff „Collection“ abgeleitet werden.
NotebookLM heißt jetzt Gemini Notebook
Google hatte die Umbenennung am 16. Juli 2026 im offiziellen Workspace-Updates-Blog angekündigt. Der neue Name soll verdeutlichen, dass sich das Produkt stärker in das Google-Ökosystem einfügt. Laut Google bleibt es aber ein eigenständiges Produkt mit Fokus auf Recherche.
Der Markenwechsel wird über mehrere Wochen in unterschiedlichen Oberflächen ausgerollt. Bestehende geteilte Notizbücher und Links sollen durch automatische Weiterleitungen weiter funktionieren. Für Administratoren ist laut Google keine Aktion erforderlich; Nutzer der mobilen App müssen unter Umständen ein Update installieren.
Collections sind damit eine der ersten sichtbaren Produktänderungen unter dem neuen Namen. Sie zeigen zugleich, dass Google nicht nur das Branding austauscht, sondern die Verwaltung größerer Notizbuchbestände ausbaut.
Verfügbarkeit und offene Fragen
Die offizielle Collections-Ankündigung vom 20. Juli zeigt die Funktion bereits in der Weboberfläche. Einen detaillierten Rolloutplan nach Kontoart, Region oder Workspace-Tarif nennt der Beitrag jedoch nicht. Es ist deshalb möglich, dass der Tab nicht sofort bei allen Nutzern erscheint.
Auch zu möglichen Limits fehlen bislang Angaben. Offen ist unter anderem, wie viele Collections ein Konto anlegen kann und ob es Obergrenzen für die Zuordnung eines Notizbuchs gibt. Unternehmen sollten außerdem prüfen, ob bestehende Freigaben auf Notizbuch- oder Workspace-Ebene unverändert gelten; Google hat Collections nicht als neues Rechtemodell vorgestellt.
Ein kleines Feature mit praktischem Nutzen
Collections verändern weder die Quellenbindung noch die Analysefunktionen von Gemini Notebook. Ihr Wert liegt in der Informationsarchitektur. Gerade bei vielen parallelen Projekten kann eine flexible Mehrfachzuordnung schneller und wartungsärmer sein als verschachtelte Ordner.
Für einzelne Notizbücher ist die Funktion kaum relevant. Mit wachsendem Bestand dürfte sie jedoch helfen, Recherchematerial nach verschiedenen Blickwinkeln auffindbar zu halten. Ob Google später Filter, automatische Vorschläge oder geteilte Collections ergänzt, ist derzeit nicht bestätigt.
FAQ zu Gemini Notebook Collections
Ersetzen Collections klassische Ordner?
Collections sind eher mit Playlists oder Labels vergleichbar. Ein Notizbuch kann mehreren Sammlungen angehören, während klassische Ordner meist nur einen Ablageort erlauben.
Muss jedes Notizbuch einer Collection zugeordnet werden?
Nein. Google beschreibt die Nutzung als optional. Notizbücher können auch außerhalb von Collections bestehen bleiben.
Können bestehende NotebookLM-Links weiterverwendet werden?
Ja. Google kündigt automatische Weiterleitungen an, damit bestehende Links und geteilte Notizbücher nach der Umbenennung weiter funktionieren.
Sind Collections schon für alle Konten verfügbar?
Google zeigt die Funktion offiziell, nennt aber keinen präzisen Rolloutplan für alle Kontoarten und Regionen. Der neue Tab kann daher zeitversetzt erscheinen.
Gibt es automatische Sortierung durch Gemini?
Dafür enthält die bisherige Ankündigung keinen Beleg. Bestätigt ist die manuelle Organisation von Notizbüchern in flexiblen Sammlungen.
Offizielle Quellen: Gemini-Notebook-Ankündigung zu Collections, Google Workspace Updates zur Umbenennung und offizielle Gemini-Notebook-Seite.
