Moonshot AI hat mit Kimi K3.1 Pro und Kimi K3.1 Pro Highspeed zwei neue Modelle veröffentlicht. Laut Herstellerdaten liegt das Hauptmodell bei Coding-Agenten-Aufgaben knapp hinter Claude Opus 5.5 und vor GPT-6 Astra.
Was Moonshot AI veröffentlicht hat
Kimi K3.1 Pro ist das Hauptmodell, Kimi K3.1 Pro Highspeed die schnellere Variante. Laut Hersteller arbeitet die Highspeed-Version zwei- bis dreimal so schnell wie K3.1 Pro. Beide Modelle sind laut Kimi-Blog bereits verfügbar, unter anderem auf Kimi.ai, in Kimi Work und in Kimi Code.
Die Modellgewichte will Moonshot laut eigener Ankündigung bis zum 4. November 2026 veröffentlichen. Bis dahin lassen sich die Gewichte nicht selbst betreiben.
Herstellerdaten: Coding, 3D und Finanzanalyse
Die Zahlen stammen von Moonshot AI selbst. Terminal-Bench 4.0 prüft Coding-Agenten an realistischen Terminal-Aufgaben mit strengen, aufgabenspezifischen Tests.
Die wichtigsten Ergebnisse laut Hersteller:
- Terminal-Bench 4.0: Claude Opus 5.5 66,4 %, Kimi K3.1 Pro 65,7 %, GPT-6 Astra 58,2 %
- BenchCAD (3D-Rekonstruktion über CAD-Code, mit Tools): Kimi K3.1 Pro 92,7 %, laut Hersteller nahe an der Leistung von Claude Opus 5.5
- OfficeQA Pro v2 (komplexe Finanzdatenanalyse): Kimi K3.1 Pro 64,4, laut Hersteller ein Spitzenwert
Bei Terminal-Bench liegt Opus 5.5 also 0,7 Prozentpunkte vorn. Die Herstellerangabe zu BenchCAD nennt keinen exakten Opus-Wert, deshalb gibt es dort keinen direkten Zahlenvergleich.
Moonshot nennt außerdem einen eigenen Long-Horizon-Test namens Kimi Code Bench 3.0. Das ist ein interner Benchmark, der von außen nicht prüfbar ist. Deshalb lasse ich ihn aus der Bewertung heraus.
Unabhängiger Check: Artificial Analysis
Artificial Analysis bewertet Modelle mit einem eigenen Intelligence Index. Dort erreicht Kimi K3.1 Pro 55 Punkte und belegt Platz 4 von 215 bewerteten Modellen. Die Vergleichswerte stammen von den jeweiligen Modellseiten bei Artificial Analysis:
- Intelligence Index: Claude Opus 5.5 58 (Platz 1), Kimi K3.1 Pro 55 (Platz 4), GPT-6 Astra 53 (Platz 8), Gemini 4 Argon 53 (Platz 9)
- Geschwindigkeit: 73,5 Output-Tokens pro Sekunde, laut Artificial Analysis langsamer als der Durchschnitt
- Ausführlichkeit: 150 Millionen Output-Tokens für den Index-Lauf, laut Artificial Analysis „sehr ausführlich“
- Kontextfenster: 1 Million Tokens, Eingabe mit Text und Bild, Ausgabe nur Text
Die Reihenfolge stimmt mit den Herstellerdaten überein: Opus 5.5 vorn, Kimi K3.1 Pro im oberen Feld, GPT-6 Astra dahinter.
Einordnung
Kimi K3.1 Pro ist ein ernstzunehmendes Modell, aber laut beiden Messungen nicht der Spitzenreiter. Bei Terminal-Bench liegt der Abstand zu Opus 5.5 bei 0,7 Punkten, im Intelligence Index bei 3 Punkten.
Die Schwächen sind belegt: Das Modell ist laut Artificial Analysis langsamer als der Durchschnitt und sehr ausführlich. Das wirkt sich auf Kosten und Wartezeit aus. Die Highspeed-Variante soll das laut Hersteller verbessern. Eine unabhängige Messung dafür habe ich nicht gefunden.
Was das für Anwender bedeutet
Für Coding-Agenten ist das Modell eine ernsthafte Option, vor allem wenn Kosten und Latenz zweitrangig sind. Bei 3D- und CAD-Aufgaben und bei Finanzdatenanalysen nennt der Hersteller starke Werte, die sich aber nur mit eigenen Aufgaben belegen lassen.
Wer umstellen will, sollte die Herstellerzahlen mit eigenen Aufgaben prüfen. Gemessen werden sollten Erfolgsquote, Dauer und Kosten pro erledigter Aufgabe. Die Terminal-Bench-Werte kommen vom Hersteller. Eine unabhängige Nachmessung habe ich nicht gefunden.
Was als Nächstes zählt
Drei Punkte entscheiden über den Praxiswert: Ob die Gewichte bis zum 4. November tatsächlich erscheinen, ob die Highspeed-Variante in unabhängigen Messungen schneller ist als K3.1 Pro, und wie sich die Kosten pro Aufgabe im eigenen Workflow verhalten.
Quellen:
- Kimi-Blog zu Kimi K3.1 Pro: https://www.kimi.ai/blog/kimi-k3-1-pro
- Artificial Analysis zu Kimi K3.1 Pro: https://artificialanalysis.ai/models/kimi-k3-1-pro


